Hologram Workshop (ZTB E.V. Future Workshop #6 Wert/Value) – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin
Hologram Workshop (ZTB E.V. Future Workshop #6 Wert/Value)
Dieser Workshop richtet sich an Menschen, die neu bei The Hologram sind und mehr über die Geschichte und die Hintergründe dieser Praxis erfahren möchten. Zugleich bietet er die Gelegenheit, gemeinsam damit zu experimentieren. Die Praxis selbst wertschätzt und verbindet Prozesse der persönlichen Introspektion, der sozialen Kooperation sowie der strategischen antikapitalistischen Organisierung. Der Workshop dauert drei Stunden und besteht zu einem Drittel aus einer Präsentation und zu zwei Dritteln aus aktiver Teilnahme. Alle, die teilnehmen, werden gut unterstützt, herausgefordert und eingeladen, der größeren globalen Hologram-Community von Praktizierenden beizutreten.
Was ist The Hologram?
Zu einem Teil soziale Praxis, zu einem Teil Technologie der Revolution und zu einem Teil feministische Science-Fiction, die zum Leben erwacht: The Hologram ist ein leichtgewichtiges, replizierbares und autonomes Protokoll für menschliche Zusammenarbeit. Auf der einfachsten Ebene bieten drei Personen (ein Dreieck) einer vierten Person (dem Hologramm) Fürsorge, Unterstützung und transformative Fragen an. Bald werden die Mitglieder dieses Dreiecks selbst zu Hologrammen mit neuen Dreiecken – und das Gesundheitsvirus verbreitet sich. Mit der Zeit wird das Dreieck zu einer lebendigen medizinischen Aufzeichnung für das Hologramm. Wir haben alltägliche Online-Tools gehackt, um diese Open-Source-, Peer-to-Peer-, virale soziale Technologie warm und zugänglich zu gestalten.
Von und mit: Magdalena Jadwiga Härtelova
Co-Leitung: florence freitag, Holly Sass, Lark Hill
Die 35. Tanztage Berlin sind eine Produktion der Sophiensæle. Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit freundlicher Unterstützung von Tanzfabrik Berlin e.V., Theaterhaus Berlin und HZT Berlin. Medienpartner: Berlin Art Link, Missy Magazine, Rausgegangen, Siegessäule, taz.
Magdalena Jadwiga Härtelova ist Kuratorin und Gruppenmoderatorin, die heimliche Trainingsfelder für autonome Organisierung und kollektive Befreiung schafft. Härtelova gehört zu den Gründungsmitgliedern des Casino for Social Medicine, einem von Freiwilligen betriebenen Raum in der Berliner Sonnenallee, der sich als „teilweise Kaffeehaus, teilweise Mutual-Aid-Spiel, teilweise Klinik für kollektive Erfahrungen“ versteht. Außerdem ist Härtelova eine der Organisator*innen des The Hologram-Projekts, eines Peer-to-Peer-Gesundheitsprotokolls, das von Sofas auf der ganzen Welt aus praktiziert wird. Innerhalb dieses Projekts forscht Härtelova zu den langfristigen Auswirkungen des Erhalts von kostenloser, hochwertiger Peer-Fürsorge.
Gemeinsam mit Cassie Thornton hat Härtelova kürzlich ein Buch mit dem Titel It’s Too Late. Do It Anyway! (Thick Press: 2025) herausgegeben, das allen unbeholfenen Kulturschaffenden in der Apokalypse gewidmet ist. Zu den weiteren laufenden Projekten gehören eine Schlafzimmer-Galerie am Mehringplatz 20, eine freie Universität des Verlernens, die Künstler*innen beschäftigt, um andere Fähigkeiten als Kunst zu lehren, sowie Strategien für ein Kuratieren, das auf das Ende von Kunst-wie-wir-sie-kennen hinarbeitet.
Lark Lyra Lou Hill ist ein*e multidisziplinäre*r Künstler*in mit Lebensmittelpunkt in Los Angeles. Hill bringt Menschen rund um Themen und Praktiken wie Lust, Spiel, Selbstverteidigung, gesunde Beziehungen und den heiligen, unaussprechlichen Void zusammen. Seit 2020 praktiziert Hill das Hologramm und co-fazilitiert seit 2021 Hologramm-Kurse und -Workshops.
florence freitag ist eine multidisziplinäre*r Künstler*in/Performer*in, Dichter*in und Community-Organisator*in für soziale Medizin mit Sitz in Berlin. Inspiriert von der Kraft kollaborativer Magie kreist freitags Arbeit um das Halten und Erschaffen von Netzwerken der Fürsorge – in der Geschwindigkeit von Vertrauen und Crip-Time. Seit 2021 praktiziert freitag The Hologram, fazilitiert das Protokoll und implementiert es in verschiedene internationale sowie Berliner Community-Organisationen. Als Teil der Freiwilligen von The Casino for Social Medicine initiiert freitag gemeinsam mit Magda J. Härtelova die fortlaufende Mutual-Aid-Klinik und die anarchistische Schule für soziale Medizin sowie Ruhe/Reparatur/Resilienz (ASMR). Zusammen mit dem Kollektiv sick comrades arbeitet freitag daran, die Entfremdung und Einsamkeit aufzubrechen, die Krankheit mit sich bringen kann.
Holly Sass ist ein*e in Berlin lebende*r multidisziplinäre*r Künstler*in, Bodyworker*in, Lehrer*in und Fazilitator*in. Sass' Performancepraxis bewegt sich derzeit an den Schnittstellen von Tanz und Clown und lädt dabei häufig das Groteske und das Alltägliche ein. Sass praktiziert regelmäßig und unterrichtet zeitweise Contact Improvisation, mit mehreren Kursreihen zur Erforschung von Fallen bei 90mil, und co-hostet gelegentlich die Queer Contact Improvisation Jam in der Tanzfabrik, initiiert und gehalten von Anya Cloud und Makisig Akin. Zudem entwickelt Sass eine Handpoke-Tattoo-Praxis, die landbasierte Zeichensetzungen auf die Haut überträgt. Angrenzend an die Künste arbeitet Sass seit über sechs Jahren als Bodyworker*in in den Bereichen Massage und Craniosacral-Therapie und lernt fortlaufend von den vielfältigen Lehren der Healing-Justice-Bewegung – ebenso wie vom Verlernen. Seit 2021 organisiert und unterstützt Sass die Entstehung kostenloser Bodywork- und „Gesundheits“-Care-Kliniken in New York City und Berlin. Seit dem Umzug nach Berlin praktiziert Sass das Hologramm in lokalen und internationalen Communitys und übernimmt inzwischen auch Fazilitationsrollen.