ZTB E.V. Future Workshop feat. Freelance Dance Ensemble: #6 Wert – Sophiensæle | Freies Theater in Berlin

ZTB E.V. Future Workshop feat. Freelance Dance Ensemble:
#6 Wert

Tanztage-Berlin-2026-Website-Visual_02_1800 x 1350 px

Was ist der Wert unserer Arbeit? In einer neoliberalen, von Profit, Verlust und Rendite getriebenen Ökonomie: Wie können wir den Wert künstlerischer Arbeit definieren und bekräftigen – etwas, das sich seinem Wesen nach nur schwer quantifizieren lässt? Liegt ihr Wert ausschließlich in der finanziellen Vergütung? Was ist heute aus dem Wert von Kunst und künstlerischer Praxis geworden? Vielleicht geht es nicht nur darum, den Wert der Künste neu zu definieren, sondern auch darum, unter welchen Werten und Bedingungen wir weiterhin als Tänzer*innen, Movers, Choreograf*innen und Tanzschaffende kreieren und arbeiten können. Mit anderen Worten: Für welche Werte wollen wir im heutigen Deutschland stehen?

In Berlin leben Künstler*innen und Kulturschaffende seit zweieinhalb Jahren unter einem Zustand permanenter Verdächtigung. Dieser äußert sich u. a. in Sparmaßnahmen, deren Auswirkungen sich auch auf migrantische und queere Communities erstrecken – ebenso wie auf jene Strukturen, die Vielfalt, Solidarität und kulturelle Teilhabe überhaupt ermöglichen. Wenn der Staat Kulturförderung als Instrument politischer Repression einsetzt, wie können wir dem begegnen? Was also ist der tatsächliche Wert unserer Arbeit – und wie verändert sich unsere Tätigkeit unter solchen Bedingungen?

Während wir alternative Formen der Fürsorge entstehen sehen, stellt sich die Frage, welchen anderen Tätigkeiten Tanzschaffende sich heute zuwenden, jenseits der Bühnenarbeit. Wie können wir uns in diesen Veränderungen gegenseitig unterstützen und stärken – und welche Art von Lobbyarbeit ist heute notwendig?

In der an den Workshop von Magdalena Jadwiga Härtelova anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Zeitgenössischer Tanz Berlin (ZTB) e.V., werfen wir einen eingehenden Blick auf die Ökonomie unserer Szene durch die Linse unserer Werte und untersuchen, wie er sich mit Care-Arbeit und anderen Formen unsichtbarer oder nicht quantifizierbarer Arbeit verschränkt.

Eintritt frei

Die Infos zur Barrierefreiheit sind in Arbeit und werden so bald wie möglich erweitert. Wenn bis dahin Fragen offenbleiben, wenden Sie sich gerne an die Kommunikationsabteilung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35. Bitte beachten Sie, dass sich Einzelheiten gegebenenfalls bis zum Veranstaltungstag ändern. Sollten Sie deshalb erst nach dem Erwerb Ihres Tickets erfahren, dass die Vorstellung für Sie nicht länger barrierefrei ist, können Sie uns bis 5 Werktage nach der Veranstaltung für eine Ticketrückgabe unter ticketing@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 45 kontaktieren (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Early Boarding

Falls die Tür zum Saal aus künstlerischen Gründen erst sehr kurz vor Vorstellungsbeginn öffnet, besteht die Möglichkeit zum Early Boarding.

Tickets

  • Über das Kartentelefon reservierbar unter 030 283 52 66, Montag bis Freitag von 16-18 Uhr
  • Über den Online-Ticketshop
  • An der Abendkasse

Weitere Informationen zur Barrierefreiheit am Haus finden Sie außerdem hier.

Panel-Gäste: Emma Holten, Magdalena Jadwiga Härtelova, Jenny Dagg, Colleen Ndemeh Fitzgerald
Moderation: Zeitgenössichertanz Berlin e.V / Julia B. Laperrière, Siegmar Zacharias 
Konzept: Julia B. Laperrière, Ana Laura Lozza, Siegmar Zacharia
s

Die 35. Tanztage Berlin sind eine Produktion der Sophiensæle. Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit freundlicher Unterstützung von Tanzfabrik Berlin e.V., Theaterhaus Berlin und HZT Berlin. Medienpartner: Berlin Art Link, Missy Magazine, Rausgegangen, Siegessäule, taz.

Emma Holten ist feministische Aktivistin und Beraterin für Geschlechterpolitik. Seit 2018 arbeitet sie im Bereich der feministischen Ökonomie. 2024 veröffentlichte sie ihr erstes Buch DEFICIT – On the Value of Care auf Dänisch. Das Buch ist auf Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Deutsch, Niederländisch und Italienisch erhältlich; sechs weitere Sprachversionen sind angekündigt. Es wurde mit dem Politiken Literaturpreis, dem Bibliothekar*innenpreis, dem Sara-Danius-Preis und dem Sprout-Preis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den Montana Literaturpreis.

Jenny Dagg, PhD, ist Soziologin und Lektorin im Fachbereich Soziologie an der Maynooth University in Irland. Ihre Arbeit untersucht soziale und politische Kontexte aus der Perspektive von Marginalisierung und gelebter Erfahrung, mit dem Ziel, soziale Inklusion und soziale Gerechtigkeit voranzubringen. Ihre Forschung befasste sich unter anderem mit der Resilienz einkommensschwacher Haushalte, der Integration von Migrant*innen, reproduktiver Gerechtigkeit für Menschen mit Behinderungen sowie dem Grundeinkommen für Künstler*innen in Irland.

Magdalena Jadwiga Härtelova ist Kurator*in und Gruppenmoderator*in und arbeitet daran, heimliche Übungsräume für autonomes Organisieren und kollektive Befreiung zu schaffen. Härtelova ist Gründungsmitglied des Casino for Social Medicine, eines ehrenamtlich betriebenen Raums in der Berliner Sonnenallee, der sich selbst als „teilweise Café, teilweise gegenseitige Hilfe im Glücksspielmodus, teilweise Klinik für kollektive Erfahrungen“ beschreibt. Außerdem gehört Härtelova zum Organisationsteam des The Hologram Project, eines Peer-to-Peer-Gesundheitsprotokolls, das von Sofas auf der ganzen Welt praktiziert wird. Darin werden die langfristigen Auswirkungen des Empfangs kostenloser, hochwertiger Peer-Care erforscht. Gemeinsam mit Cassie Thornton hat Härtelova kürzlich das Buch It’s Too Late. Do It Anyway! (Thick Press, 2025) mitherausgegeben, das allen stolpernden Kulturarbeiterinnen in der Apokalypse gewidmet ist. Weitere laufende Projekte sind die Schlafzimmergalerie Mehringplatz 20, eine freie Universität des Verlernens, die Künstler*innen dafür bezahlt, andere Fähigkeiten als Kunst zu vermitteln, sowie strategische Überlegungen zu einer Kuratierung am Ende der Kunst, wie wir sie kennen.

Colleen Ndemeh Fitzgerald ist multidisziplinäre Performancekünstlerin, Aktivistin und Kulturarbeiterin mit Wurzeln in der Kpelle-Gemeinschaft (Liberia) und der irisch-amerikanischen Diaspora. Ihre bewegungsbasierte Praxis ist in afrodiasporischen, westafrikanischen und zeitgenössischen Tanztechniken verwurzelt und zentriert ihre feministische, antirassistische und antikoloniale Haltung. Sie hat einen BA in Tanz und Anthropologie vom Bates College (USA) sowie einen MA mit Auszeichnung in Performance von der Universität der Künste Berlin – HZT (Deutschland). Sie hat in Nord- und Südamerika, Westafrika und Europa performt und unterrichtet. Von 2014 bis 2019 lebte sie in Buenos Aires, Argentinien, wo sie sich künstlerisch und politisch in afrodiasporischen Communities engagierte. Dort war sie Mitbegründerin von Kukily, einem afrofeministischen Kunstkollektiv, das grenzübergreifend in den Bereichen Performance, audiovisuelle Medien, Installation und community-orientierte Projekte arbeitet. 2024 wurde Kukily zur Lagos Biennale eingeladen.

Tanztage-Berlin-2026-Website-Visual_02_1800 x 1350 px
© Gedvilė Tamošiūnaitė